Wo sind die Narben bei einer Oberschenkelstraffung?
- Prof. Dr. Reichenberger
- 20.09.2026
- 6 Minuten



- 360+ Glückliche Patienten
Eine Oberschenkelstraffung kann überschüssige Haut entfernen, die sich beispielsweise nach einer starken Gewichtsabnahme oder im Laufe des natürlichen Alterungsprozesses nicht mehr vollständig zurückbildet. Gerade an den Oberschenkelinnenseiten kann erschlafftes Gewebe nicht nur optisch stören, sondern auch beim Gehen oder Sport als unangenehm empfunden werden.
Eine der häufigsten Fragen vor dem Eingriff betrifft jedoch nicht die Straffung selbst, sondern die Narben: Wo liegen die Narben nach einer Oberschenkelstraffung und wie sichtbar bleiben sie später?
Die Position der Narben hängt vor allem davon ab, wie viel überschüssige Haut vorhanden ist und in welche Richtung das Gewebe gestrafft werden muss. Bei kleineren Hautüberschüssen kann eine vergleichsweise kurze Narbe in der Leistenregion ausreichen. Bei stärker erschlafftem Gewebe kann dagegen zusätzlich eine längere Narbe entlang der Oberschenkelinnenseite notwendig sein. Entscheidend ist deshalb immer die Abwägung zwischen einer möglichst unauffälligen Narbenführung und der Straffung, die tatsächlich erforderlich ist, um ein harmonisches und langfristig stabiles Ergebnis zu erzielen.
Kurz gesagt:
Die Narben einer Oberschenkelstraffung liegen je nach Operationstechnik entweder in der Leistenfalte oder zusätzlich entlang der Oberschenkelinnenseite. Bei ausgeprägtem Hautüberschuss kann sich die Narbe bis in Richtung Knie erstrecken. Welche Narbenführung notwendig ist, hängt von der Menge und Verteilung der überschüssigen Haut ab. Ziel ist immer, die Schnitte so unauffällig wie möglich zu platzieren und gleichzeitig ausreichend Gewebe zu straffen.
Wo verlaufen die Narben bei einer Oberschenkelstraffung?
Wo die Narbe nach einer Oberschenkelstraffung liegt, hängt vor allem davon ab, wie stark der Hautüberschuss ausgeprägt ist und über welchen Bereich des Oberschenkels er sich erstreckt. Je nach Ausgangssituation kommen unterschiedliche Schnittführungen infrage.
- Narbe in der Leistenfalte
Bei begrenztem Hautüberschuss im oberen Oberschenkelbereich
Ist hauptsächlich der obere Bereich der Oberschenkel erschlafft, kann eine horizontale Straffung ausreichend sein. Die Narbe verläuft dabei in der natürlichen Leistenfalte beziehungsweise im Übergang zwischen Oberschenkel und Intimbereich.
Der Vorteil: Die Narbe lässt sich häufig so positionieren, dass sie später von Unterwäsche oder Badebekleidung weitgehend verdeckt wird. Diese Technik eignet sich jedoch nur, wenn der Hautüberschuss tatsächlich auf den oberen Bereich begrenzt ist. Reicht die erschlaffte Haut weiter am Oberschenkel hinunter, kann über einen kurzen Schnitt in der Leiste nicht ausreichend Gewebe entfernt werden. - Narbe an der Oberschenkelinnenseite
Bei stärker ausgeprägtem oder weiter nach unten reichendem Hautüberschuss
Erstreckt sich die überschüssige Haut über einen größeren Teil des Oberschenkels, ist häufig eine vertikale Straffung notwendig. Die Narbe verläuft dann an der Innenseite des Oberschenkels und kann – abhängig vom individuellen Befund – bis in Richtung Knie reichen.
Diese Schnittführung wird besonders häufig nach einer starken Gewichtsabnahme notwendig, wenn sich die Haut nicht nur im oberen Bereich, sondern entlang des gesamten inneren Oberschenkels gelockert hat.
Die Narbe ist zwar länger, ermöglicht dafür aber eine wesentlich umfassendere Entfernung des überschüssigen Gewebes und eine gleichmäßigere Straffung der gesamten Oberschenkelkontur. - Kombination beider Narbenverläufe
Bei ausgeprägtem Hautüberschuss in mehreren Richtungen
Bei stärkeren Veränderungen können eine horizontale und eine vertikale Straffung miteinander kombiniert werden. Die Narbe liegt dann sowohl in der Leistenregion als auch entlang der Oberschenkelinnenseite.
Diese Variante ermöglicht es, überschüssige Haut sowohl im oberen Bereich als auch über die Länge des Oberschenkels zu entfernen und die gesamte Region umfassend neu zu formen.
Gerade bei ausgeprägten Hautüberschüssen sollte deshalb nicht die möglichst kurze Narbe das wichtigste Ziel sein. Entscheidend ist eine Schnittführung, mit der sich das überschüssige Gewebe tatsächlich korrigieren lässt und gleichzeitig eine harmonische Körperkontur entsteht.
Grundsätzlich gilt: Die Narbe sollte so unauffällig und so kurz wie möglich sein – aber so lang wie für ein gutes und langfristig stabiles Straffungsergebnis notwendig.
Die Narbenverläufe im Überblick
| Ausgangssituation | Narbenverlauf | Besonderheit |
|---|---|---|
| Begrenzter Hautüberschuss | In der Leistenfalte | Häufig gut durch Unterwäsche verdeckbar |
| Ausgeprägter Hautüberschuss | Entlang der Oberschenkelinnenseite | Je nach Befund bis in Richtung Knie |
| Starker Hautüberschuss in mehreren Bereichen | Leiste + Oberschenkelinnenseite | Ermöglicht eine umfassendere Straffung |
Warum kann die Narbe nicht immer nur in der Leiste versteckt werden?
Der Wunsch nach einer möglichst kurzen und versteckten Narbe ist vollkommen verständlich. Dennoch sollte die Narbenlänge nicht das einzige Kriterium bei der Wahl der Operationstechnik sein.
Eine Narbe in der Leistenfalte kann vor allem Gewebe im oberen Bereich des Oberschenkels korrigieren. Reicht der Hautüberschuss deutlich weiter nach unten, kann eine ausschließlich dort durchgeführte Straffung die eigentliche Veränderung nicht vollständig erfassen. Das würde bedeuten, dass zwar eine kürzere Narbe entsteht, aber weiterhin überschüssige Haut an der Oberschenkelinnenseite bestehen bleibt.
Eine sorgfältig geplante Oberschenkelstraffung orientiert sich deshalb zunächst an der Anatomie. Die Narbe sollte so kurz wie möglich, aber so lang wie für ein gutes Ergebnis notwendig sein.

Die richtige Narbenposition ist bereits Teil der Operationsplanung
Eine gute Narbenheilung beginnt nicht erst nach der Operation. Bereits bei der Planung wird festgelegt, wo die Schnitte verlaufen und wie sich die spätere Narbe möglichst harmonisch in natürliche Körperlinien integrieren lässt. Dabei geht es nicht nur darum, die Narbe zu verstecken. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Kräfte nach der Straffung auf das Gewebe wirken. Gerade im Bereich der Oberschenkel entstehen beim Gehen, Sitzen und Bewegen ständig Zug und Spannung. Eine sorgfältige Operationsplanung und ein stabiler Wundverschluss sind deshalb wichtige Voraussetzungen für eine möglichst unauffällige Narbenentwicklung.
Narbenpflege nach einer Oberschenkelstraffung
Nach der Operation benötigt das Gewebe zunächst Ruhe. Welche Narbenpflege sinnvoll ist und ab welchem Zeitpunkt damit begonnen werden darf, wird individuell im Rahmen der Nachsorge festgelegt. Nach abgeschlossener Wundheilung können je nach Befund beispielsweise Silikonprodukte oder andere Maßnahmen zur Narbenpflege empfohlen werden. Besonders wichtig ist außerdem ein konsequenter UV-Schutz. Frische Narben reagieren empfindlicher auf Sonnenlicht und können sich bei starker UV-Belastung dauerhaft dunkler verfärben. Auch Geduld gehört zur Narbenpflege: Eine Narbe verändert sich über Monate. Was wenige Wochen nach der Operation noch deutlich sichtbar ist, kann ein Jahr später wesentlich unauffälliger erscheinen.
„Die Sorge vor einer sichtbaren Narbe kann ich sehr gut verstehen. Gerade bei einer Oberschenkelstraffung gehört sie deshalb von Anfang an zu unserer gemeinsamen Planung. Entscheidend ist, wie viel überschüssige Haut vorhanden ist und welche Straffung notwendig ist, um eine schöne und langfristig stabile Kontur zu erreichen. Mein Anspruch ist es, die Narbe so unauffällig wie möglich zu positionieren und gleichzeitig genau die Korrektur vorzunehmen, die für ein harmonisches Ergebnis erforderlich ist.“

