Wie viele Jahre halten Brustimplantate?
- Prof. Dr. Reichenberger
- 15.10.2026
- 6 Minuten



- 360+ Glückliche Patienten
Kurz gesagt:
Moderne Brustimplantate haben kein festes Ablaufdatum und müssen nicht automatisch nach zehn Jahren gewechselt werden. Sie können auch deutlich länger im Körper verbleiben, wenn sie intakt sind und keine Beschwerden oder auffälligen Veränderungen bestehen. Trotzdem gelten Brustimplantate nicht als lebenslange Medizinprodukte. Entscheidend ist deshalb nicht allein, wie viele Jahre seit der Operation vergangen sind, sondern wie sich Implantat, Brustgewebe und Kapsel im Laufe der Zeit entwickeln.
Warum ein Implantatwechsel später notwendig werden kann
Ein Brustimplantat liegt über viele Jahre im Körper und ist dabei dauerhaft mechanischen und biologischen Einflüssen ausgesetzt. Gleichzeitig verändert sich auch das umliegende Gewebe im Laufe der Zeit. Deshalb kann ein späterer Implantatwechsel unterschiedliche Gründe haben. Nicht immer liegt die Ursache am Implantat selbst. Auch Veränderungen der Kapsel, der Haut oder des Brustgewebes können dazu führen, dass eine erneute Operation sinnvoll wird.
- Veränderungen am Implantat
Auch das Implantat selbst kann sich im Laufe der Jahre verändern. So kann die Implantathülle beschädigt werden und es zu einer sogenannten Ruptur kommen. Bei Silikonimplantaten kann eine solche Veränderung äußerlich zunächst unbemerkt bleiben. Die Brust muss sich also nicht zwangsläufig sichtbar verändern und auch Beschwerden treten nicht immer sofort auf.
Eine solche „stille Ruptur“ kann häufig erst durch eine bildgebende Untersuchung erkannt werden. Wird eine Veränderung des Implantats festgestellt, sollte fachärztlich beurteilt werden, welches weitere Vorgehen im individuellen Fall sinnvoll ist. - Die Kapselfibrose
Der Körper bildet um jedes Implantat eine dünne Schicht aus Bindegewebe, die sogenannte Kapsel. Das ist eine normale Reaktion des Körpers auf einen Fremdkörper. Bei manchen Frauen kann sich diese Kapsel im Laufe der Zeit verdicken und zusammenziehen. Eine solche Kapselfibrose kann dazu führen, dass sich die Brust fester anfühlt, ihre Form verändert oder Spannungsgefühle und Schmerzen entstehen. Sie kann bereits früh, aber auch erst viele Jahre nach der Brustvergrößerung auftreten. Bei einer ausgeprägten Kapselfibrose kann eine erneute Operation notwendig werden. Welche Behandlung der Kapsel dabei sinnvoll ist, hängt vom individuellen Befund ab. - Veränderungen von Haut und Gewebe
Auch wenn das Implantat selbst intakt ist, verändert sich die Brust im Laufe der Jahre. Schwangerschaften, Stillzeiten, Gewichtsschwankungen und der natürliche Alterungsprozess können dazu führen, dass Haut und Bindegewebe an Spannkraft verlieren. Dadurch kann sich die Form der Brust verändern. Das Brustgewebe kann absinken, das Implantat stärker sicht- oder tastbar werden oder die Proportion zwischen Implantat und natürlichem Brustgewebe verändert sich. Ein späterer Eingriff kann deshalb auch dann sinnvoll werden, wenn das Implantat selbst weiterhin intakt ist.
Mögliche Veränderungen im Überblick
| Veränderung | Was dabei passiert | Wie sie sich bemerkbar macht |
|---|---|---|
| Stille Ruptur | Die Implantathülle reißt, das formstabile Gel bleibt weitgehend an Ort und Stelle | Meist keine Beschwerden, erkennbar durch Ultraschall oder MRT |
| Kapselfibrose | Die Bindegewebskapsel um das Implantat verdickt sich und zieht sich zusammen | Verhärtung, Formveränderung, Spannungsgefühl oder Schmerzen |
| Absinken des Gewebes | Haut und Bindegewebe geben nach, während das Implantat an seiner Position bleibt | Die Brust wirkt weniger harmonisch, das Implantat wird sicht- oder tastbarer |
| Verschiebung des Implantats | Das Implantat verlagert sich in seinem Lager | Sichtbare Asymmetrie oder veränderte Brustform |
Die passende Implantatgröße spielt langfristig eine Rolle

Sie sind bis zu 30 Prozent leichter als herkömmliche Silikonimplantate und können das umgebende Gewebe langfristig entlasten. Prof. Dr. med. Matthias Reichenberger verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung mit diesen Implantaten.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
Unabhängig von den regulären Kontrollen sollten Sie sich zeitnah untersuchen lassen, wenn Sie Veränderungen bemerken. Dazu gehören:
- eine Verhärtung oder Formveränderung der Brust
- neue Schmerzen oder ein anhaltendes Spannungsgefühl
- eine Schwellung oder Größenzunahme einer Brust, auch Jahre nach der Operation
- tastbare Knoten in der Brust oder Achsel
- eine sichtbare Verschiebung des Implantats
Solche Veränderungen bedeuten nicht automatisch, dass ein Problem mit dem Implantat vorliegt. Sie sollten dennoch fachärztlich untersucht werden, damit die Ursache sicher eingeordnet werden kann.
